3 Strategien zum Beenden von mehr Musik

3 Strategien zum Beenden von mehr Musik

Nicht selten stehen Musiker vor dem Problem, dass zu viele angefangene Produktionen oder Stücke nicht finalisiert und dadurch keine wirklichen Erfolge erzielt werden. Nach vielen Produktionsstunden sammeln sich dutzende Skripte und halbfertige Tracks auf der Festplatte, dennoch kann nichts veröffentlicht werden. Dieses Problem behindert die Effizienz enorm und führt nicht selten zu Demotivation. In diesem Artikel möchten wir drei Wege […]

Nicht selten stehen Musiker vor dem Problem, dass zu viele angefangene Produktionen oder Stücke nicht finalisiert und dadurch keine wirklichen Erfolge erzielt werden. Nach vielen Produktionsstunden sammeln sich dutzende Skripte und halbfertige Tracks auf der Festplatte, dennoch kann nichts veröffentlicht werden. Dieses Problem behindert die Effizienz enorm und führt nicht selten zu Demotivation. In diesem Artikel möchten wir drei Wege vorstellen, die helfen können, den Weg zum fertigen Song zu vereinfachen.

1. Senke deine Ansprüche

 

Hohe Ansprüche zu haben ist wichtig. Alle erfolgreichen Künstler haben hohe Ansprüche.

Allerdings sind hohe Ansprüche nicht sonderlich hilfreich, wenn sie dich davon abhalten, Lieder zu beenden.

Im ersten Schritt solltest du dir also überlegen, was es eigentlich bedeutet einen Track „fertig“ zu haben. Schließlich zeigt dir das Musikprogramm keinen Fortschrittsbalken für die aktuelle Produktion an.

Wenn dir selber an deinem Song etwas nicht gefällt, ist das durchaus legitim den Song als „unfertig“ zu betiteln. Gefällt dir dein Song allerdings und trotzdem hält dich etwas davon ab ihn zu veröffentlichen, so könnte der unbewusste Anspruch in dir schlummern, dass der Track jedem gefallen muss und du das Gefühl hast, dass der Song noch nicht „gut genug“ ist. Und genau hier liegt die Gefahr.

Die eigenen, meist unbewussten Ansprüche an sich selbst und seine Umwelt zu senken, könnte sich im ersten Moment komisch anfühlen und die Angst schüren, die eigenen musikalischen Standards zu verlieren. Allerdings ist das in nahezu allen Fällen nicht der Fall, da der vermeintlich hohe Standard dazu geführt hat, dass niemals Tracks veröffentlicht wurden, um reale Feedbacks einzuholen.

Eine Sache, die dir helfen kann deine Standards zeitweise zu senken ist es, nicht drüber nachzudenken, das Lied hochzuladen oder es in irgendeiner Art oder Form zu veröffentlichen.  Sobald du drüber nachdenkst, wie dein Song bei anderen bzw. deinen Freunden ankommt, fügt das einen gewissen Druck hinzu.

Dieser Druck zwingt dich dazu, deine Standards hoch anzusetzen. Unter normalen Umständen ist dies ein guter Druck, aber wenn du nichts beenden kannst ist es Gift.

Beobachte dich also genau, was dich am Ende davon abhält, weiter an deinem Track zu arbeiten. Sollte dir eine gedankliche hohe Messlatte auffallen und ein Vergleich mit anderen Künstlern, probiere diese Barriere im Geist zu beseitigen.

2. Arbeite schnell und sorglos

Hohe Ansprüche werden zu einem Problem, weil wir Dinge zu viel analysieren. Wir hören uns etwas an und denken, dass es nicht gut genug ist. Wir stechen Löcher in den Song und konzentrieren uns auf winzige Probleme, die die meisten Zuhörer nicht einmal bemerken würden.

Aber wenn du schnell arbeitest, – so schnell, dass du etwas sorglos bist – hast du keine Zeit für so etwas. Du hast keine Zeit, um Löcher in deine Arbeit zu stechen oder dich auf unwichtige Sachen zu konzentrieren.

Schnell zu arbeiten zwingt dich dazu, schnelle Entscheidungen zu treffen. Wenn du die Akkordprogression schreibst, fragst du dich nicht, ob das die beste Akkordprogression ist, sondern ob sie gut genug ist.

Wenn sie das ist, gehst du weiter zum nächsten Schritt.

Arbeite sorglos, damit dein Fokus nicht darauf liegt, etwas Gutes zu erstellen, sondern um tatsächlich einen Song zu Ende zu bringen. Dabei ist es egal, wenn er deinem aktuellen fiktiven Anspruch nicht genügt. Denke dran, die kreativsten und erfolgreichen Leute erstellen mehr schlechte Kunst, als gute.

3. Verringere die Reibung

Wenn du besonders starke Probleme damit hast, Songs zu beenden, dann ist die Wahrscheinlich hoch, dass du auch bei anderen Schritten des Produktionsprozesses Stagnationsprobleme hast.

Vielleicht hast du Probleme Ideen zu generieren, weiterzuverfolgen und anzuordnen.

Wenn dies der Fall ist, ist es das Beste, die Reibung zu verringern und es für dich so einfach wie möglich zu machen, etwas zu vollenden.

Eine Möglichkeit besteht darin, einen anderen Track als Vorlage zu nehmen.

Du kannst die Struktur oder die benutzten Instrumente kopieren und dann deine eigene Komposition und Ideen verarbeiten. Es ist okay, wenn du eine ganze Menge von einem bereits existierenden Song kopierst (es ist sowieso ziemlich schwer eine perfekte Kopie von einem anderen Track zu erstellen).

Wenn du das machst, passieren seltsame Dinge. Du vergisst, dass du einen anderen Track nachahmst, weil du selbst eine Idee bekommst und diese dich so fesselt, dass du dich in ihr verlierst. Der Track erstellt sich von selbst, du hast den Vorlagensong nur als Starthilfe benutzt.

Ein weiterer Weg, die Reibung zu reduzieren, ist es Kits zu benutzen. Mit Kits kannst du es dir zur Gewohnheit machen, Tracks auch wirklich zu beenden. Ist die Gewohnheit erst mal da, fällt es zukünftig auch viel leichter.

Selbstverständlich sollten Kits nicht dazu genutzt werden um einen gesamten Song zu erstellen. Das wäre nicht sonderlich kreativ.

Allerdings kannst du Kits benutzen, um die letzten fehlenden Elemente im Track hinzuzufügen. Benutzte so viele Loops, Samples oder Kits wie du willst. Mach es dir so einfach wie möglich den Song zu beenden.

Sobald du mehrere Songs mit diesem Vorgehen beendet hast, mache etwas mehr Dinge selbst und benutze weniger Elemente des Kits. Und schneller als du denkst, wirst du Tracks vollenden, die fast ausschließlich aus originellen Elementen bestehen.

Schluss

 

Ich hoffe mit diesen drei Wegen, welche sich primär auf das Mindset des Künstlers beziehen, eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben.
Kunst lebt davon neue Dinge auszuprobieren und eben nicht „perfekt“ zu sein. Es ist wichtiger schneller echte Feedbacks einzuholen und mit dem Song nach draußen zu gehen, als einen unfertigen Track nach dem anderen zu produzieren.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Produzieren!

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Julius
Julius

Julius ist Gründer von TrustedMusic, leidenschaftlicher Hobby Produzent und zertifizierter Tontechniker. Seit 2003 spielt er Klavier, hat mit 18 Jahren angefangen als DJ aufzulegen sowie elektronische Musik zu produzieren und im Jahr 2015 eine tontechnische Grundausbildung an der SET Schule in Berlin absolviert. Nun kombiniert er seine Interessen und hilft Musikern einen einfacheren Zugang zu professionellen Studios zu erhalten.

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